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Im Osten nichts Neues

Gemeinsame Stellungnahme unserer gewählten Vertreter für sexuellen Missbrauch und Gewaltexzesse bei den Regensburger Domspatzen (12. Oktober 2015)

Im Osten nichts Neues (eine Bestandsaufnahme)

so etwa könnte die Überschrift lauten, wenn man aus unserer Sicht Bilanz zieht über die Zeit, die seit der Ausstrahlung von „Sünden an den Sängerknaben“ im Januar dieses Jahres vergangen ist. Es folgten zwar ereignisreiche Zeiten mit viel Aktionismus, nach einer ruhigen Sommerpause war es an der Zeit eine Zwischenbilanz zu ziehen: und diese Bilanz heißt kurz und bündig „Im Bistum Regensburg nichts Neues“. Eigentlich ein vernichtendes Ergebnis, wenn man bedenkt, was das Bistum und die Institutionen der Regensburger Domspatzen in der Zwischenzeit alles unternommen haben um die öffentlichen Wogen zu glätten. Aber aus einer gewissen Distanz und mit Ruhe betrachtet bleibt leider fast nichts übrig, es waren alles nur Beschwichtigungsmaßnahmen. Mit einer umfassenden schonungslosen Aufklärung und Aufarbeitung der Missbrauchs- und Gewaltgeschichte bei den Regensburger Domspatzen hat das alles nichts zu tun. Nach wie vor räumt das Bistum nur die Taten ein, die durch den Mut einzelner öffentlich gemacht wurden, überall da wo die Betroffenen – sei es beispielsweise aus familiären Gründen oder aufgrund der eigenen psychischen Verfassung – nicht in der Lage sind öffentlich aufzutreten wird weiter eifrigst vertuscht und bagatellisiert. Trotz kollektiven Versagens der Verantwortlichen im Bistum und der Beauftragten wurde bis heute keine einzige personelle Konsequenz gezogen. Die Aufarbeitung soll weiterhin allein vom Bistum durchgeführt werden und zwar genau von den Leuten, die in den letzten fünfeinhalb Jahren ihre Hauptaufgabe in Verleugnen, Vertuschen und Verharmlosen sahen. Nach wie vor endet die „offizielle Geschichtsschreibung des sexuellen Missbrauchs“ in den 70er Jahren, obwohl bereits seit 2010 öffentlich bekannt ist, dass sie sich in den 80er und 90er Jahren mit anderen Beteiligten fortgesetzt hat. Wann sie wirklich endet, kann bis heute keiner verbindlich sagen. Die wenigen vom Bistum veröffentlichten Zahlen werden sorgfältigst mit Gesamtzahlen des Bistums Regensburg vermischt, damit das wahre Ausmaß weiterhin kleingeredet werden kann. Die Eltern der heutigen Domspatzen sollen beschwichtigt werden, so wie einst 2010 bei der Versammlung im Wolfgangssaal, bei der die Eltern ebenfalls bewusst falsch informiert wurden.
Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs und der Gewaltorgien bei den Regensburger Domspatzen lassen sich eben nicht einfach mal schnell mit der katholischen Quadratur von Beichte-Reue-Buße-Verzeihung bewältigen und solange der Regensburger Bischof und seine Beauftragten dies nicht einsehen, wird auch nicht die lang ersehnte Ruhe einkehren.
Wir sehen nach wie vor keine Alternative zu unserem Vorschlag: Das Bistum muss bereit sein, eine Aufarbeitung ähnlich dem „Ettaler Modell“ zuzulassen. Die Einrichtung sowie die Festlegung der Kompetenzen und Aufgaben eines zu schaffenden Aufarbeitungsgremiums kann nur unter gleichberechtigter Beteiligung der von uns bereits gewählten Vertreter für sexuellen Missbrauch und Gewaltbetroffene unter unabhängiger Leitung geschehen. Zumindest für diesen ersten Schritt ist eine Beteiligung des Regensburger Bischofs unbedingt erforderlich, da seine Beauftragten ja hauptursächlich für die mittlerweile völlig verfahrene Situation verantwortlich und damit für uns nur noch sehr eingeschränkt glaubwürdig sind. Ein weiterer Bestandteil dieser Arbeit muss auch der unsägliche Umgang mit vielen Betroffenen in der Öffentlichkeit durch das Bistum Regensburg in den letzten fünfeinhalb Jahren sein. Nur unter solchen Voraussetzungen wird es möglich sein den Skandal offen und abschließend zu bearbeiten.

Soweit die Stellungnahme, es folgen einige Beiträge der Redaktion, die die unterschiedlichen Vorgänge der letzten Monate nochmals zusammenfassen und erläutern:

Institutionen der Regensburger Domspatzen
Bei den Institutionen der Regensburger Domspatzen hat man sehr unterschiedlich auf den Film von Mona Botros reagiert.
Die Chance endlich „reinen Tisch“ zu machen, hat man aber zum wiederholten Male vertan. Einzelne Entschuldigungsversuche wie beispielsweise von Domkapellmeister Büchner wirken vor dieser Kulisse eher hilflos. Zu allem Überfluss hat man es dann noch zugelassen oder vielleicht doch bewusst inszeniert, dass Schülervertreter der 10., 11. und 12. Klasse einen „offenen Brief“ an die Filmemacherin auf die Homepage der Domspatzen gestellt haben. Die Schüler sprechen da ausschließlich von sexuellem Missbrauch „in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts“ obwohl bereits in diesem Film sexueller Missbrauch in den 70er Jahren ausführlich behandelt wird. Daraus kann man nur zwei mögliche Schlüsse ziehen:
entweder war der Brief doch „von oben“ bestellt oder diese Domspatzenschüler sind in ihrer Wahrnehmung im Vergleich zu anderen Schülern auf dem Niveau eines Zehnjährigen. Beide Schlussfolgerungen sind gleich schlimm. Uns ist jedenfalls in den letzten 30 Jahren kein 16jähriger (oder Älterer) begegnet, der auf „Weisung von oben“ einen solch offensichtlich verfälschenden Brief geschrieben hätte, zumal die Blamage der Entdeckung vorprogrammiert war. Des Weiteren stellt sich sofort die Frage, warum hat da kein Erzieher/Lehrer eingegriffen und eine freundliche Korrektur angemahnt. Das Wissen um die Gewaltexzesse ist den Verantwortlichen spätestens seit 1989 bekannt, trotzdem ließ man das noch einige Jahre weiter zu, ohne einzugreifen, das Wissen um den sexuellen Missbrauch in den 80er und 90er Jahren haben sie allerspätestens seit der Spiegel-Veröffentlichung im Jahre 2010. Jedem normalen Zuschauer war sofort klar, dass der Film mit Beispielfällen gearbeitet hat, um den unfassbaren Umgang des Bistums und der Institutionen der Domspatzen mit den Missbrauchs- und Gewaltopfern öffentlich darzustellen. Viele Betroffene der jüngeren Generationen sehen sich heute einfach noch nicht in der Lage einen solchen Auftritt vor Fernsehkameras zu leisten. Es macht doch einen erheblichen Unterschied ob man zum Singen vor der Kamera steht oder ob man öffentlich über den sexuellen Missbrauch berichten soll, den man erleiden musste.
Eine besonders armselige Rolle spielt dabei der Verein „Freunde des Regensburger Domchores“. Als eingetragener Verein ist er die einzige Einrichtung die auf rein staatlichem Recht organisiert ist. Somit besteht Handlungsfreiheit auf dem Boden des Grundgesetzes ohne Abhängigkeit von Kirche oder Kirchenrecht. Durch einige Zuschriften von ehemaligen Vereinsmitgliedern wissen wir mittlerweile, dass von einzelnen immer wieder versucht wurde, sich offen und ehrlich mit den Vorgängen zu befassen (auch immer wieder bei aktuellem Anlass in den letzten vier Jahrzehnten) aber jedes Mal wurde dies von einer überwältigenden schweigenden Mehrheit, die sich ihre „heile Domspatzenwelt“ nicht kaputtmachen lassen wollte, verhindert. Eine ehrliche Aufarbeitung ist also auch von dieser Seite nicht mehr zu erwarten, zumal sich da viele Vereinsmitglieder eingestehen müssten, dass sie sich zumindest über den Weg der Vertuschung auf die Seite der Täter gestellt, haben. Die Verquickung von Verein (bis hin zu Vorstandsmitgliedern) und Verantwortlichen im Hause der Domspatzen in unterschiedlichsten Funktionen ist zu eng, als dass die Verantwortlichen glaubhaft behaupten könnten, sie hätten von alledem erst seit 2010 etwas erfahren.
Besonders schlimm war dann der Brief des Elternbeirates vom März 2015. Dass sich die Elternvertreter vom Bistum instrumentalisieren ließen, ein völlig beschönigendes Bild von der „Aufarbeitungsarbeit des Bistums“ zu zeichnen ist eine weitere Verhöhnung der Betroffenen durch eine Institution, die ebenfalls zu den Regensburger Domspatzen gehört. Ohne auch nur einen Betroffenen angehört zu haben, der am Umgang des Bistums mit diesem Skandal etwas zu kritisieren hat, wird da die Darstellung der Bistumsverantwortlichen unkritisch und ungeprüft übernommen und in die Öffentlichkeit transportiert. Selbst diesen Erwachsenen ist aufgrund ihrer voreingenommenen Sicht entgangen, dass es in dem Film vorrangig um den skandalösen Umgang des Bistums Regensburg mit den Betroffenen geht. So etwas kann man nur am Beispiel einzelner Betroffener machen, die ihre gesamte Geschichte erzählen, schließlich sollten sich ja auch komplett außenstehende Fernsehzuschauer ein Bild machen können. Wie uns eine Vielzahl von Zuschriften bewiesen hat, haben die unbeeinflussten Fernsehzuschauer das Thema des Films besser verstanden, als die Elternbeiräte der Regensburger Domspatzen.
Ende April wurde dann das Projekt mit RA Weber vorgestellt. Hierzu nur kurz (weiter unten ein eigenes Kapitel): Auf der Homepage vermitteln die Regensburger Domspatzen bis heute einen falschen Eindruck ĂĽber den Auftrag an RA Weber.
Mit der Überschrift „Auftrag zur Aufarbeitung der Missbrauchs- und Misshandlungsfälle von außen“ wird der Eindruck vermittelt, Herr RA Weber würde jetzt die Aufarbeitung der Vorkommnisse von außen bearbeiten. Wir haben mehrfach mit Herrn RA Weber gesprochen. Herr RA Weber hat lediglich den Auftrag die bisherige Aufarbeitungsarbeit des Bistums Regensburg zu beurteilen, die Aufarbeitung liegt nach wie vor beim Bistum Regensburg, bei den altbekannten Personen, die sich durch ihren teilweise untragbaren Umgang mit den Betroffenen ausgezeichnet haben. Wir fragen uns schon, warum ausgerechnet bei den Domspatzen schon mit der Überschrift dieser Mitteilung ein anderer Eindruck erweckt werden soll.
Bleibt das Fazit: ausnahmslos alle Institutionen der Regensburger Domspatzen marschieren weiterhin brav, gehorsam und kritikfrei hinter ihrem Bischof und seiner Vertuschungsstrategie her, getreu dem alten katholischen Motto, „ein Geistlicher lügt nicht“ (auch wenn er mal nicht die Wahrheit spricht).

Bistum Regensburg – allgemein
Von Beginn an hat das Bistum Regensburg die Strategie verfolgt, die Gewaltopfer als „zeitüblich“ auszugrenzen. Die Wahrheit ist aber, dass das, was in Etterzhausen/Pielenhofen und auch über Jahrzehnte in Regensburg passiert ist, nichts mehr mit „zeitüblich“ zu tun hatte. Der Dokumentation von Mona Botros ist es jedenfalls gelungen, das Bistum zu einem Kurswechsel zu zwingen, aber eben wieder nur teilweise. Mit juristischen Taschenspielertricks, die bereits ein Jurastudent in frühen Semestern durchschauen kann, wurde wieder nur ein Teil der Betroffenen mitgenommen. Nach dieser Logik kann jetzt ein ehemaliger Domspatz, der auch nur einmal in Etterzhausen geprügelt wurde eine Anerkennungsleistung von € 2.500,- vom Bistum Regensburg erhalten. Ein Domspatz, der in Regensburg heftigst auf den Boden geprügelt wurde und dabei u.a. als Folge die Hörfähigkeit eines Ohres verloren hat und auf dem anderen Ohr einen lebenslänglichen Tinnitus, wird nicht einmal mit einem sinnentleerten Serienbrief aus dem Büro Fuchs bedacht. So wird das noch auf Jahre hinaus ein Thema bleiben.
Beim sexuellen Missbrauch sieht es nicht besser aus. Vor Jahren wurden bereits Betroffene mit den veröffentlichten „Serienbriefen“ aus dem Büro Fuchs abgelehnt. Nach der Sendung „Die Sünden an den Sängerknaben“ wurde seitens des Bistums vollmundig angekündigt, es hätten sich durch den Film neue Erkenntnisse ergeben, ein Fall müsste neu aufgerollt werden. Und was hat man seitdem noch gehört? Nichts! Welche angeblich neuen Erkenntnisse das gewesen sein sollen hat das Bistum der interessierten Öffentlichkeit bis heute vorenthalten – kein Wunder, alles war schon vorher bekannt, das meiste bereits in verschiedenen Sendungen des Bayerischen Fernsehens dargestellt, nur war da die öffentliche Empörung noch nicht so massiv. Aber ob der Fall tatsächlich neu aufgerollt wurde, bleibt das große Geheimnis des Bistums und wenn ja wie viele Jahre es diesmal dauern soll, weiß wahrscheinlich noch nicht einmal der Bischof von Regensburg.
Die Betroffenen – eine zweistellige Zahl – im Fall des Täters Sturmius Wagner (Ende 60er und 70er Jahre) wurden ebenfalls über Jahre hingehalten. Wenn Sie es wagten mal beim Bistum nachzufragen, erhielten sie keine Auskunft mit dem abstrusen Hinweis „aus Datenschutzgründen gibt es keine Auskunft“. Besonders perfide in diesen Fällen, sie mussten ihre Geschichte insgesamt dreimal vorbringen (Missbrauchsbeauftragte / kirchenrechtliches Verfahren / Antrag auf Anerkennung). Während sich die staatliche Justiz bei sexuellem Missbrauch auf möglichst wenige Befragungen zu beschränken versucht und alle Experten vor Mehrfachbefragungen warnen, suhlt sich das Bistum Regensburg in einem endlosen „Aufarbeitungsprozess“, der die Betroffenen dazu zwingt, ihre Geschichte wieder und wieder zu wiederholen. Da muss man nicht mal Böses wollen um hinter dieser Methode eine gezielte Absicht zu vermuten, nämlich den Betroffenen in eine Situation zu drängen, in der er nicht mehr in der Lage ist, sein Anliegen weiter vorzubringen. Das wäre dann wieder ein Missbrauchsfall weniger für die Statistik. Denn was Retraumatisierung bedeutet wissen die Herren sehr wohl, sie weisen ja in ihren Stellungnahmen oft genug darauf hin, aber eben nur in Zusammenhängen, in denen sie die Öffentlichkeit raushalten wollen. Wenn es um die Demütigung von Betroffenen geht, scheint es das probate Mittel zu sein, die Betroffenen Schritt für Schritt mürbe zu machen. Öffentlich begründet hat das Bistum die lange Dauer immer mit dem Hinweis, dass eine aufwendige Einzelfallprüfung notwendig sei und dass jeder Fall einer individuellen Beurteilung und Bearbeitung bedarf.
Mehr als merkwürdig ist da die Tatsache, dass mehrere Betroffene im Fall Sturmius Wagner im Sommer 2014 (wenige Wochen nach unserem denkwürdigen Auftritt beim Katholikentag in Regensburg) zeitgleich wieder einen nahezu wortgleichen Serienbrief aus dem Büro Fuchs erhalten, in dem ihnen „als Anerkennung des Leids“ ein Betrag von max. 2500,- € in einem Fall angeboten wurde. Mehr ist dem Bistum Regensburg (im Fall Alexander Probst beispielsweise) ein knappes Schuljahr mit immer wiederkehrendem sexuellen Missbrauch in unterschiedlichen Variationen nicht wert. Nur mal zum Vergleich, einmal Hinternversohlen in Etterzhausen ist dem Bistum Regensburg exakt die gleiche Anerkennungsleistung wert und komfortablerweise auch ohne die belastenden Mehrfachbefragungen. Dass gerade die Schilderungen von Alexander Probst wiederholt seitens der Domspatzen und durch das Bistum auch öffentlich in Zweifel gezogen wurden, dass das Bistum Regensburg Alexander Probst viele Monate (im Jahr 2013) wider besseres Wissen mit einem Beitrag auf der bistumseigenen Homepage verleumdet hat, das interessiert Herrn Fuchs nicht, zu solchen Vorgängen kein Wort, das wäre ja wirklich individuelle Bearbeitung und ein Eingeständnis, dass man Fehler gemacht hat.
Vor diesem Hintergrund haben viele Betroffene auch bis heute gezögert sich an das Bistum Regensburg zu wenden, sie wollen sich das nicht antun oder sind in manchen Fällen einfach schlichtweg nicht in der Lage sich das anzutun. Da bleiben alle Aufrufe des Bischofs von Regensburg und seiner Beauftragten an die Betroffenen, sich vertrauensvoll an das Bistum zu wenden, nichts als heuchlerische Worthülsen.
Selbst wenn das Bistum tatsächlich den dringend notwendigen Kurswechsel im Umgang mit der Gesamtthematik vollziehen sollte, muss dieser – aufgrund der Vorgeschichte – auch von einem entsprechenden Personalwechsel begleitet sein.

Dass es auch anders, besser, erfolgreicher geht, hätten sich die Bistumsvertreter vor Ort anhören können. Anfang Juni 2015 hielt Pater Klaus Mertes einen Vortrag zum Thema in Regensburg. Der Mann, der einst in Berlin im Canisius-Kolleg die Aufarbeitung durchgezogen hat: Umfassend, von Anfang an unter voller Beteiligung der Betroffenen und voll öffentlich.
Das Ergebnis: zwei, drei schmerzliche Jahre für die Einrichtung und dann war wieder Ruhe eingekehrt und alle konnten zu einem geordneten Schulbetrieb zurückkehren. Ganz offensichtlich ist man daran im Bistum Regensburg nicht wirklich interessiert, niemand der mit der Aufarbeitung der Domspatzenskandale befasst ist, konnte bei der Veranstaltung gesichtet werden. Lediglich ein Domspatzenvertreter und RA Weber waren anwesend. Und Pater Mertens wäre auch für die Schülervertreter der Domspatzen sehr hilfreich gewesen, beim Erkenntnisprozess, was die früheren Geschichten mit den heutigen Schülern zu tun haben. Er hat es leicht verständlich und ausführlich erläutert. Bleibt zu hoffen, dass der Chormanager Christof Hartmann eifrig mitgeschrieben hat, um es dann allen Domspatzenschülern von heute zu erläutern.

Bistum Regensburg – Beauftragter des Bistums für sexuellen Missbrauch
Seit nunmehr zwei Jahren ist Dr. Martin Linder der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Regensburg. Eine weitere Zwischenbilanz liegt noch nicht vor. Sie kann aber nur vergleichbar dürftig ausfallen wie die erste. Ohne die grundsätzliche Fachkompetenz von Dr. Linder diskutieren zu wollen, stellte sich ja von Anfang an die Frage inwieweit er aufgrund seiner vorangegangenen Tätigkeit überhaupt für diese Aufgabe der richtige Mann ist. Lange Berufserfahrung ist per se keine Qualifikation für diese sehr spezielle Tätigkeit und seine wenigen öffentlichen Bekundungen wirkten eher hilflos als vertrauenserweckend. Dazu kommt auch noch die erste Zwischenbilanz. Hauptsächlich ein Sammelsurium von Plänen, Wünschen, Prävention nur ganz wenige Fakten und wenn, dann kommen sie teilweise ungeprüft und unreflektiert und nicht nachvollziehbar auf den Tisch. Beispielsweise die 158.500 € für 30 Anträge zur Anerkennung des erlittenen Leids, wenn man den Betrag durch die 30 Anträge teilt kommt man bereits auf einen Betrag von über 5000,- €. Nach bisherigen Informationen sollten Fünftausend Euro eigentlich der Höchstbetrag bei den Anerkennungsleistungen sein. Alle uns bekannten Zahlungen belaufen sich auf einen max. Höchstbetrag von 2500,- €. Wenn man das berücksichtigt, kann das nur dann entstehen, wenn einige Einzelfälle erheblich höhere Beträge erhalten haben. Das wirft die berechtigte Frage auf, warum. Wenn man bedenkt, was Alexander Probst alles erdulden und ertragen musste, dann kann die Schlussfolgerung nur heißen, da gibt es noch Betroffene des sexuellen Missbrauchs, die erheblich umfangreicher und massiver missbraucht wurden, ohne dass jemals irgendetwas öffentlich gemacht wurde. Und hier muss sich ein Missbrauchsbeauftragter selbstkritisch fragen, warum wird sowas nicht öffentlich aufgearbeitet. Dazu muss man weder den Betroffenen noch den Täter öffentlich machen. Es reichen Mitteilungen über Institution, Umfeld etc. Herr Dr. Linder hat sich in seinem Bericht u.a. die Prävention ganz groß auf die Fahnen geschrieben, das Bistum und die Institutionen der Domspatzen im Übrigen auch. Wer es ernst meint mit Prävention, der muss zuallererst aufdecken, und zwar öffentlich. U.a. auch als Signal an potentielle Täter in der Zukunft: hier bleibst Du nicht unentdeckt. Wer einerseits großspurig von Prävention spricht, aber gleichzeitig nur nebulöse, nicht nachvollziehbare Informationen über Geschehnisse in der Vergangenheit in die Öffentlichkeit bringt, der muss sich nicht wundern, wenn er ein paar Jahre später mit dem nächsten Fall konfrontiert wird. Ein Missbrauchsbeauftragter, der diese Art der Vertuschung duldet oder gar mitträgt ist unserer Ansicht nach weder vertrauenswürdig noch wirklich für diese Aufgabe geeignet. Und für die Blauäugigkeit von Dr. Linder ein letztes Beispiel. Er verweist in seinem Bericht auf ein laufendes kirchenrechtliches Verfahren wegen einer Beschuldigung einer Tat in den frühen siebziger Jahren. „… Auch dieser Beschuldigte ist suspendiert.“ Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, entweder es soll sich hier um den bei uns klar benannten Täter Sturmius Wagner handeln, dann ist die Zahl der Betroffenen wie auch die Zahl der Taten schamlos verharmlost, oder aber er hat in seinem Bericht diesen Komplex völlig unterschlagen. Aus allen übrigen Angaben lässt er sich nicht herauslesen. Wenn es sich bei dieser Angabe tatsächlich um den oben genannten handelt, dann ist auch die Mitteilung über die Suspendierung zweifelhaft (Sturmius Wagner wurde zwar 2010 sehr publikumswirksam vom Eichstädter Bischof suspendiert, aber bereits im Oktober 2011 trat er erstmals wieder öffentlich als Priester in Erscheinung (siehe Register: „Missbrauchsfälle“ „Keine Rücksicht auf die Gefühle der Missbrauchsopfer“).
An anderer Stelle im Bericht heißt es: „In weniger eindeutig erscheinenden Fällen schaltet das Bistum Regensburg einen unabhängigen Fachanwalt als Berater im Hinblick auf die Plausibilität ein.“ Diese Tätigkeit wird nach wie vor von dem Neumarkter Rechtsanwalt Paprotta durchgeführt. Nachdem er sich bereits im Interview zu „Sünden an den Sängerknaben“ vollumfänglich blamiert hatte, schreckte er nicht davor zurück sich anschließend bei regensburg-digital erst im Blog und dann mit einem eigenen umfangreichen Selbstrechtfertigungsbeitrag über die schlechte Behandlung durch das Filmteam zu beschweren. Diese Beiträge offenbaren einen Anwalt im Auftrag des Bistums, der mehr mit sich selbst, seiner Außendarstellung und Außenwirkung beschäftigt ist, als mit dem ernsten Thema um das es gehen sollte: nämlich die Aufarbeitung von Straftaten in Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch. Er stilisiert sich zum Opfer anstatt einmal selbstkritisch in sich zu gehen und zu überprüfen ob er nicht doch auch mal Fehler gemacht hat. Warum ist er vor die Fernsehkameras gegangen ? Keiner konnte ihn dazu zwingen. Wenn ich einer solchen Aufgabe nicht gewachsen bin, wenn ich nicht in der Lage bin in kurzen allgemeinverständlichen Sätzen Inhalte zu formulieren, dann darf ich nicht vor eine Fernsehkamera treten. Wer das dann trotzdem tut, sollte auch die Konsequenzen klaglos tragen. Glücklicherweise hatte der Sender dann für einige Zeit das komplette ungeschnittene Interview auf seine Homepage gestellt, sodass sich jeder Zuschauer sein eigenes Bild machen konnte. Das Bistum Regensburg hat trotz dieser Serie von Peinlichkeiten keinerlei Handlungsbedarf gesehen. Mittlerweile scheint Herr Paprotta wieder obenauf und macht weiter als wäre niemals etwas passiert. Was das möglicherweise mit den Betroffenen macht, wenn er sie mit seinen juristischen Spitzfindigkeiten konfrontiert, scheint ihm egal zu sein. Und das bei formalen Fragen, die er ohne Not über das Bistum oder die Institutionen der Domspatzen klären könnte. Nach allem was wir bisher erlebt haben bleibt nur der eine Rat, wenn ein persönliches Gespräch nötig sein sollte, nur in Begleitung, wenn es um juristische Spitzfindigkeiten gehen sollte, am besten in Begleitung eines eigenen Rechtsanwaltes.

Bistum Regensburg – Ansprechpartnerin für Opfer von Körperverletzung
Zunächst hat sich der Bischof in sehr begrenztem Umfang der Thematik angenommen. In einer Predigt im Januar dieses Jahres versuchte er das ganze Ausmaß auf zwei Täter in Etterzhausen/Pielenhofen zu reduzieren. Die Strategie war klar, wir schieben alles auf die alte Vorschule, Regensburg ist „sauber“, jetzt ist die Vorschule in Regensburg und damit alles in bester Ordnung. Dazu wurde dann im Februar ein lächerlicher Gewaltbericht vorgestellt, der komplett an der erlebten Realität vorbeigeht. Um die mittlerweile stark angewachsene Protestwelle der Betroffenen irgendwie in den Griff zu bekommen, erfolgte noch die Ankündigung dass alle Gewaltopfer, die sich beim Bistum gemeldet hätten jetzt doch eine „Anerkennungsleistung“ erhalten.
Das Vorgehen ist schon erstaunlich, als der Gewaltbericht vorgelegt wurde, durfte die Beauftragte des Bistums Frau Glaß-Hofmann von den anwesenden Journalisten nicht mal zu ihrem Bericht befragt werden. Möglicherweise bestand die Befürchtung, dass sie zur Gewalt in Regensburg gefragt werden könnte, und bei dem Wissen das sie hat, wäre das eine sehr peinliche Situation geworden. Bei Frau Glaß-Hofmann liegen Berichte vor, die umfangreiche Prügelszenarien im Regensburger Internat schildern. Schamgefühl kennt diese Dame jedenfalls nicht, jeder Mensch mit einem Rest Anstand hätte es nicht zugelassen, dass eine solche Strategie der Ausgrenzung bei der Gewalt im Regensburger Internat, Chor und Gymnasium vom Bistum durchgezogen wird. Auch hier zeigt sich wieder die unveränderte Strategie im Bistum Regensburg: Verschweigen bis es nicht mehr anders geht. Erst wenn sich wieder durch einen weiteren Film oder entsprechend wirksame andere Berichterstattung enormer Druck aufgebaut hat, wird das Bistum wieder einen halben Schritt von seiner bisherigen Verteidigungslinie zurückziehen.
Da passt dann auch der 2. Teil im Bericht der als „rechtliche Würdigung“ von RA Scheulen verfasst wurde. Die wesentlichen Fehler wurden bereits auf dieser Seite veröffentlicht (siehe Register: „Aktuelles“ „24. Februar 2015“). Das Weglassen einiger wichtiger juristischer Umstände, wie wir sie in dem Artikel dargestellt haben sagt eigentlich alles über die Arbeit von RA Scheulen.

Bistum Regensburg – Beurteilung der Aufarbeitungsarbeit des Bistums durch RA Weber
Die bisher vom Bistum Regensburg betriebene Aufarbeitungsarbeit zu den Fällen von sexuellem Missbrauch sowie der Gewaltfälle bei den Regensburger Domspatzen soll von RA Weber begutachtet und unabhängig beurteilt werden.
Herr Weber ist berechtigt die Ergebnisse selbständig zu veröffentlichen. Inwieweit er darüber hinaus berechtigt ist auch über die Fälle zu berichten, die nur bei ihm vorgetragen werden, aber nicht beim Bistum vorgetragen werden ist für uns noch nicht abschließend geklärt.
Aber auch hier noch einmal, weil es immer wieder Missverständnisse gibt:
Herr Weber ist nicht beauftragt neue Fälle zur Aufarbeitung und ggfs. Einleitung eines „Anerkennungsverfahrens“ durchzuführen. Dafür sind immer noch die altbekannten (oben beschriebenen) Personen zuständig.
Die gewählten Vertreter für sexuellen Missbrauch und Gewalt bei den Regensburger Domspatzen aus unserer Gruppe haben bislang weitgehend problemlos auf informeller Ebene mit Herrn Weber zusammengearbeitet. Ob es in diesem Projekt zu einer dauerhaften vertrauensvollen Zusammenarbeit kommen kann, muss sich noch in der nächsten Zeit erweisen. Das hängt u.a. auch davon ab, ob Herr RA Weber tatsächlich alle Vorgänge sichten kann. Denn eins ist klar, beurteilen kann RA Weber nur das, was er auch sehen darf und eine für alle Seiten faire Gesamtbeurteilung ist nur im Gesamtpaket möglich. Für Teillösungen würden wir nicht zur Verfügung stehen.


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