Zum Fall Alexander Probst (Sturmius Wagner)

Mit Beginn der öffentlichen Berichterstattungen über Vorkommnisse in den Internaten Etterzhausen und Regensburg hat Alexander Probst über die damals veröffentlichte Telefonnummer des bischöflichen Ordinariats in Regensburg versucht, Kontakt zu bekommen und seinen Fall zu schildern (die Geschichte des Alexander Probst ist in den Medienberichten nachzulesen und wird deshalb hier erstmal nicht wiederholt, siehe hierzu in der Rubrik „Links“, auf dieser web-site).

Erst nach zwei vergeblichen Versuchen (es gab keinerlei Rückrufe oder andere Versuche der Kontaktaufnahme zu ihm) hat er sich im März 2010 an die Öffentlichkeit gewandt. Bis heute gab es keine Kontaktaufnahme (Rückruf) seitens der Mißbrauchsbeauftragten zu Alexander Probst. Auch die öffentlichen Ankündigungen von Sturmius Wagner, er würde einen Brief an Alexander Probst schreiben, und ein Gespräch mit ihm suchen, waren nur leere Versprechungen und dienten lediglich einer Ablenkung in der Öffentlichkeit. Mit anwaltlicher Unterstützung hat sich Alexander Probst dann nochmals schriftlich sowohl an die Diözese Regensburg und an die Diözese Eichstätt (diese ist z.Zt. wohl für Sturmius Wagner zuständig) gewandt.
Weder hat Alexander Probst bis heute (25. Juli 2010) einen Brief von Sturmius Wagner erhalten, noch ist auf anderem Wege der Versuch unternommen worden, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Es gab lediglich ein Antwortschreiben des bischöfl. Generalvikariat Eichstätt, in dem Alexander Probst ein „seelsorgerisches Gespräch“ angeboten wurde, im Übrigen wurde er wieder an das Bistum in Regensburg verwiesen, da Eichstätt nicht zuständig sei. Regensburg hält einfach still, reagiert nicht, antwortet nicht.

Insgesamt sieht es so aus, als wollte das bischöfliche Ordinariat den ganzen Fall jetzt einfach „aussitzen“. In der Hoffnung, dass mit dem Nachlassen des Medieninteresses die ganze Angelegenheit ad acta gelegt werden kann, ohne die Öffentlichkeit über das ganze Ausmaß dieses Falles informiert zu haben und den Opfern auch wirklich gerecht worden zu sein. Da passt auch die Stellungnahme von Bischof Müller vom 04.04.2010 im Schlusswort des Gottesdienstes, wo er von einem Einzelfall spricht („Es sind meine Domspatzen, ich stehe zu ihnen. Man kann sie nicht irgendwie verantwortlich machen für das, was vor einem halben Jahrhundert in einem Einzelfall geschehen ist.“). Zu diesem Zeitpunkt musste dem Bischof der Fall des Sturmius Wagner bereits bekannt gewesen sein, der ja nicht annähernd ein halbes Jahrhundert zurück liegt und mit Sicherheit eben nicht der Einzelfall ist. Auch bei der Hotline der Diözese Regensburg haben sich mehrere Opfer des Sturmius Wagner gemeldet.
Nach anfänglicher hektischer Aktivität tut sich nichts mehr seitens des bischöflichen Ordinariats, keine Berichte mehr, keine Korrektur der anfangs bagatellisierenden Darstellung dieses Falles, keine Bestätigung, dass sich weitere Opfer in dieser Angelegenheit bei den Hotlines gemeldet haben.
Es wird nur der Anschein erweckt, dass hier alles aufgeklärt werden soll, die Öffentlichkeit soll beruhigt werden. Eine wirkliche Aufarbeitung ist offensichtlich nicht gewollt. Stattdessen werden Nebenkriegsschauplätze eröffnet in denen die Medien gescholten werden und in denen unterstellt wird, man wolle den „heutigen Domspatzen“ etwas anhängen. Das will ernsthaft keiner der Mitarbeiter hier, noch in den Medien. Aber vor allem die Opfer haben zumindest ein moralisches Anrecht auf Anerkennung und Aufarbeitung ihrer Erlebnisse.