Missbrauch mit den Betroffenen

Es ist schon erstaunlich wie viel Energie die Mitarbeiter im Bistum Regensburg aufbringen können, wenn es darum geht, den eigenen Laden „sauber“ zu halten und die „bösen Buben“ nur außerhalb auszumachen. Jüngstes Beispiel die „Stellungnahme zu den Äußerungen des Alexander Probsts“. Da werden zwei unrichtige Darstellungen in einem Zeitungsbericht des Regensburger Lokalblättchens mit einem Bericht von stern-tv in Zusammenhang gebracht, obwohl in der Fernsehsendung diese Dinge überhaupt nicht angesprochen wurden.
Waren es die heftigen öffentlichen Reaktionen auf diese sehr eindrucksvolle Sendung, die das Bistum zu dieser geistigen Fehlleistung veranlasst haben, war es die neuerliche Zunahme von Meldungen Betroffener des sexuellen Missbrauchs beim Bistum, oder doch nur ein weiterer vergeblicher Versuch den scheinbaren „Rädelsführer und Unruhestifter“ Alexander Probst unglaubwürdig zu machen. Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen: auf diese Weise wird es dem Bistum Regensburg nicht gelingen, das Thema „sexueller Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen“ zu beenden.
Gerade die Tatsache, dass neben Alexander Probst auch weitere Betroffene bereit waren sich an den diversen Medienauftritten der letzten Monate zu beteiligen, müsste den Verantwortlichen im Bistum deutlich machen, dass die „Bunkerstrategie“ der letzten drei Jahre nicht aufgegangen ist.
Bis heute gibt es keine erkennbare Linie, die den Anliegen der Betroffenen gerecht wird. Bestes Beispiel dafür die sogenannte Missbrauchsbeauftragte Frau Dr. Böhm. Gegenüber Betroffenen und Angehörigen, die sich an sie wenden, ist sie angeblich vom Bistum „unabhängig“. Nach Darstellung der Bistumshomepage ist eine von ihr versandte „Eingangsbestätigung“ eines Antrags, eine offizielle Mitteilung des Bistums, ja was denn nun ?
Die Mitarbeiter im Bistum sind scheinbar nur damit beschäftigt, immer neue Strategien auszuhecken, nach denen das Thema „sexueller Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen“ beerdigt werden könnte. Wie es den Betroffenen dabei geht ist diesen Leuten scheinbar völlig egal. Die „weiße Weste“ des Bistums muss erhalten bleiben, wen interessieren da die Opfer. Wir nennen dieses Verhalten „Missbrauch mit den Betroffenen“.